Auf der Shortlist 2021: Jan Preuß mit dem Song ‚Himmel und Wind‘

Jan Preuß steht mit dem Song ‚Himmel und Wind‘ auf der Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Herzlichen Glückwunsch!

Aufgewachsen ist er in Fürstenwalde bei Berlin, Musiker ist er seit er denken kann. Vor allem Sänger und Texter. Als Jan Preuß in den in den Achtzigern Rios Stimme hörte, hat ihn das verzaubert, verändert. Er selbst sagt, es habe seinen Anspruch beim Musikhören und Machen in die Höhe getrieben.

Zurzeit gibt er neben den Konzerten mit eigenen Songs auch Abende nach „Rio am Piano“-Art. Beflügelt wurde er hier durch die Blackbox.

Wir haben Jan ein paar Fragen gestellt, hier kommen seine Antworten.

Wann hast Du angefangen, zu singen und was hat Dich zur Musik geführt?

Jan Preuß: Ich weiß das gar nicht so genau. Die Liebe zur Musik war eigentlich immer schon da, schon als Kind. In der Schulzeit gründete ich mit Freunden ne Band, ohne dass auch nur einer richtig ein Instrument spielen konnte. Ich wollte Drummer sein. Das war nur viel schwerer als ich damals dachte. Der Sänger dagegen war zwar bemüht, aber es war auch „schwierig“. Ich hab ihn dann immer ziemlich genervt in dem ich häufig korrigiert hab. Irgendwann sagte er „Mach doch selber…“ drückte mir das Mikro in die Hand und verließ den Proberaum. Tja, und seit dem sing ich.

Wie bist Du darauf gekommen, Rio-Songs zu covern?

Jan Preuß: Als ich das erste mal die Scherben hörte, hat sich mein Leben komplett verändert.

Da war ne Kraft, und ne Magie – unfassbar. Unerklärlich war mir damals, dass man so was nicht im Radio hört. Viele meiner Freunde kannten das gar nicht.

Ich habe immer alle damit genervt, wollte dass Jeder diese Musik kennt. Ich glaub das war der Grund, dass dann später auch in fast all meinen Projekten, während der Konzerte, ein oder zwei Scherben- und später auch Riosongs gespielt wurden.

Irgendwann haben die Leute drauf gewartet, dann haben wir uns manchmal n Spaß draus gemacht, eher unbekannte Sachen zu spielen. Zum Beispiel „S´ ist eben so“ oder „Alles ist richtig“ von der Schwarzen. Anschließend wurden wir gefragt, warum wir denn heute nix von den Scherben gemacht haben…

Als Rio 1996 gestorben ist, kam meine Band auf mich zu, sie wussten dass mir das sehr nahe ging, und fragten, ob wir nicht so was wie´n Gedenkkonzert machen wollen. Das haben wir dann auch getan. Es war dann das erste mal

das ich den ganzen Abend Rio gesungen habe. Tat unheimlich gut… Wir traten damit gleich zwei Abende hintereinander auf, dann war aber Schluss. Es war nie der Plan ne Coverband zu sein.

Erst viel später, als die Blackbox rauskam, da dachte ich, so viel ungehörtes Material, das ist ein Konzertabend wert. Also suchte ich, mit meinem Pianisten Steffen Rose, nach geeigneten Songs, die wir seitdem im Programm: RIO AM PIANO „DAS ALLES UND NOCH VIEL MEHR…“ live aufführen.

Was war Deine erste Begegnung mit Rios Musik?

Jan Preuß: Das war in den Achtzigern. Bei einem Konzert der Band FREYGANG in Ketzin tauchte überall der Name TON STEINE SCHERBEN auf. Auf den Klamotten gemalt, und mit Kreide ganz groß auf einer Mauer (Ostgraffiti) geschrieben. Die Band spielte auch Scherbensongs im Programm, was ich aber erst hinterher mitbekam. Auf meine Frage hin, was denn dieses TON STEINE SCHERBEN zu bedeuten hat, schenkte mir ein Freund eine Kassette: „Scherben IV – Die Schwarze“. Die Tonqualität war extrem schlecht. Es war wenig zu verstehen. Die Texte sowieso sehr kryptisch – fand ich… Aber es war dennoch Liebe, Zauber und extrem süchtig machend.

Wodurch zeichnet sich ein richtig tolles Konzert als Zuschauer respektive als Künstler aus?

Jan Preuß: Ach, dass kann ganz unterschiedlich sein. Wenn die Band es schafft dich zum Tanzen und Mitsingen zu bringen ist das toll, wenn sie dich zum Zuhören und Innehalten bringen aber eben auch. Man möchte als Zuhörer und als Künstler magische Momente erleben, wenn das gelingt, dann ist Publikum und Band auf einmal eins und das ist dann quasi der Hauptgewinn.

Warum, denkst Du, ist Rios Musik auch heute noch relevant?

Jan Preuß: Ich glaub, es ist die Echtheit in den Texten zum Einen, aber vor Allem wie Rio gesungen hat. Ich habe immer das Gefühl, dass es um Alles geht. Egal ob es ein politischer „Haudraufsong“ ist oder ein zartes Liebeslied. Das fehlt heute komplett. Das gab es aber immer nur ganz selten. Bei, zum Beispiel, Edith Piaf habe ich ein ähnliches Gefühl. Es wäre schön, wenn sich die jungen Künstler ein wenig daran orientieren könnten.

Du warst einige Male zum Rio Reiser Fest in Fresenhagen; wie hast Du die Atmosphäre dort erlebt und was sind Deine Erinnerungen daran?

Jan Preuß: Ja das stimmt, ich war dreimal dort zum Riofest. Beim letzten Mal durfte ich mit meiner Band „Jan Preuß & die Geheime Gesellschaft“ dort auftreten. Das war das letzte Riofest dort und für mich war es auch das letzte Mal, dass ich in einem Zelt geschlafen hab. Es war immer sehr schön, all die Rio/Scherbenfans zu treffen, kennen zu lernen und in angenehmster Atmosphäre, fern ab vom Schuss, tolle Künstler und ihre Musik, live zu erleben. Besonders gern erinnere ich mich an das Konzert mit TempEau, Johanna Zeul fand ich super, und auch Gymmick zum Beispiel. Aber da gab´s noch viel mehr…

Am Anfang waren da viele „Originale“ vor Ort, einige davon leben gar nicht mehr.

Ich denke an Britta Neander, Jako Benz und natürlich auch an Rios Mutter.

Schön war es dort auch, wenn grad kein Fest stattfand. Einmal haben wir dort ne Woche Urlaub gemacht. Das war wirklich schön, mit Kind und Hund. Wir wurden dort sehr herzlich von Jan Bajan bewirtet, er hat uns jeden Tag ein Ei gekocht, sogar auch für unseren kleinen Hund Charly. Abends saßen wir zusammen und haben Karten gespielt. Die Zimmer wurden alle nach Rio´s Liedern benannt. Wir haben, wenn ich mich recht erinnere, im „Sternchen“ übernachtet. Manchmal bin ich auf die Wiese hinterm Haus gewesen, während Charly alles beschnupperte hab ich mir versucht vorzustellen, wie das hier wohl früher, als es noch die Scherben gab, so war…

Wer sind Deine musikalischen Vorbilder?

Jan Preuß: Ach, ich weiß nicht. Das läuft, wenn – dann unbewusst ab. Beeinflusst bin ich wohl von vielen Musiken verschiedenster Gengre. Und zwar sowohl positiv, als auch anders…

Im Moment ist die Frage „wo werden wir Dich als nächstes sehen?“ coronabedingt ja obsolet. Also zum Abschluss: was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Jan Preuß: Also ich wünsche mir erstmal, dass wir ne Zukunft haben. Grad jetzt wird es ja mal wieder sehr deutlich, wie unsicher das alles ist. Aber ich bin jetzt nicht der Pessimist. Natürlich gehe ich im Moment davon aus, das alles gut wird. Vielleicht lernen wir mal was draus. Das wäre was…

Wie wunderbar wäre es doch, wenn wir es uns einfach alle ein bisschen schön machen. Einfach so das Leben leben. Ohne Gier nach mehr Geld und Macht und/oder Ruhm und so weiter. Ohne Krieg, ohne überflüssiges Plastik, ohne Hast, ohne TV-Verblödung und so weiter. Dafür mit Genuss, frischer Luft , Zeit, Liebe und guter Musik.

Ach ja, wenn ihr wissen wollt, wie und wann es musikalisch bei uns weitergeht, wir halten euch hier : www.janpreuss.jimdofree.com gern auf dem Laufenden.

Auf der Shortlist 2021: Aga Labus mit dem Song ‚Schlaraffenland‘

Aga Labus ist auf der Schortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Herzlichen Glückwunsch! Wir konnten ihr ein paar Fragen zu Rio und der Welt stellen.

Warum hast du dich beworben?

Aga Labus: Ich habe von dem Preis gehört und mich sofort angesprochen gefühlt von der Beschreibung. Der Rio-Reiser-Preis klingt inhaltlich nach so viel mehr, als die gängigen Preisausschreiben in der Branche, das fand ich sehr spannend. Insbesondere, dass der Songtext so im Vordergrund steht, denn (meine) Songtexte sind mir sehr wichtig.

Was sind deine Pläne?

Aga Labus: Pläne in Naher Zukunft: Im Juni diesen Jahres erscheint mein erstes Musikvideo zu meiner neuen Single „Lebenselixier“, die ebenfalls im Juni erscheinen wird. Es ist außerdem ein weiteres Musikvideo-Release sowie ein weiterer Single-Release für 2020 geplant (voraussichtlich Sommer oder Herbst). Außerdem werde ich dieses Jahr die Aufnahme & Produktion für meine erste EP in Angriff nehmen, das Songwriting dazu ist bereits zu 80 % abgeschlossen. Die EP soll dann im Frühjahr 2022 erscheinen.

Pläne allgemein: von der eigenen Musik leben zu können, zur erhöhten Bewusstheit der Menschen beizutragen durch meine Songtexte und meine Musik. Ganz viel innere Arbeit.

Was bedeutet dir Rio Reiser?

Aga Labus: Ton Steine Scherben habe ich als Jugendliche viel und sehr gerne gehört, etwas später kaufte ich mir auch das Album Rio I. . Rio Reisers Stimme und Songtexte ließen in mir immer ein warmes, manchmal feuriges Gefühl von Freiheit entstehen! Er war sehr lange Zeit der einzige Musiker mit deutschen Songtexten, den ich gut fand. Da kam viele Jahre lang gar nichts, was mich in dieser weise inspirierte und auch dieses Gefühl von Verstanden werden auslöste, wie Rio Reisers Texte und Musik. Auch die Melodien seiner ruhigeren Stücke schenkten mir oft Ruhe, Songs wie „Lass mich los“ fand ich musikalisch so cool und groovy!! Und die Texte: immer ehrlich, voll wunderbarer Metaphern, aus dem Herzen heraus und mit soviel Scharfsinn für die Nuancen menschlicher Beziehungsgeflechte und gesellschaftlicher Sytseme und Kuriositäten! 

Mehr hier:

https://linktr.ee/aga_labus

https://www.instagram.com/aga_labus/

Auf der Shortlist 2021: Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung mit dem Song ‚Manchmal fürcht’ ich mich‘

Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung sind mit dem Song ‚Manchmal fürcht’ ich mich‘ auf der Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Herzlichen Glückwunsch von uns!

Florian Paul, ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, jetzt in München, hat dort bis vor kurzem Filmmusik studiert. 

Rund um die Münchner Musikhochschule hat er auch seine Band die „Kapelle der letzten Hoffnung“ kennen gelernt. Die Kapelle besteht aus: Flurin Mück (Schlagzeug), Susi Lotter (Bass), Giuliano Loli (Keys) und Nils Wrasse (Saxophon).

Da sie alle einen sehr unterschiedlichen musikalischen Background haben, bewegt sich der Sound irgendwo zwischen Rock, Jazz, Pop und Chanson. Zentral und bei aller stilistischen Bandbreite verbindend, sind dabei Florians deutschsprachige Texte. 

Im Jahr 2019 hat die Band das in Eigenregie produzierte und selbstfinanzierte Debütalbum „dazwischen“ veröffentlicht und war dann bis zum letzten Jahr auch live unterwegs. Besonders wichtig für die Band ist die langfristige Kooperation mit der „Bar jeder Vernunft“ in Berlin, wo sie ab 2020 regelmäßig ein festes Programm spielen sollten, was ab Herbst 2021 nachgeholt wird.

Drei von ihnen, Florian eingeschlossen, machen nebenher auch Filmmusik und sie alle verbindet generell eine große Liebe zum Film und zum Theater, was man in ihrer Musik hört und spürt. 

Seit 2019 ist die Kapelle Mitglied von „by.on“ einem Förderprogramm des vpby (Bayerischer Verband für Popkultur), in dessen Rahmen sich junge Bands und Künstler*innen kennen gelernt und gemeinsam einige musikalische Workshops besucht haben. 

Wir haben Florian unsere Shortlist-Fragen gestellt und hier sind seine Antworten:

Warum hast du dich beworben/ Was bedeutet dir Rio?

Florian Paul: Wie wahrscheinlich die meisten meiner Generation habe ich Rio und die Scherben hauptsächlich über die Platten meiner Eltern kennen und lieben gelernt. Die anarchische Kraft und die raue Schönheit die in dieser Musik steckt hat mich schon ganz früh fasziniert. „Der Traum ist aus“ war eines der ersten Lieder die ich auf meiner schrammeligen Lagerfeuer Gitarre spielen konnte. Was deutschsprachiges Texten angeht ist Rio für mich definitiv ein Vorbild, vor allem aber, ist er es in der hohen und schwer zu ergründenden Kunst Musik zu schreiben die irgendwie „zeitlos“ ist und auch nach Jahrzehnten noch immer enorme Aktualität und Relevanz besitzt.

Daher war es für mich keine Frage mich unbedingt für den „Rio Reiser Preis“ zu bewerben, als ich davon hörte. Außerdem reizt es mich als Ruhrgebietskind natürlich sehr ein Konzert in der Lindenbrauerei in Unna zu spielen, da ich diese Location unter anderem von der „Extraschicht“, ganz gut kenne und sehr mag und ich mich natürlich total freuen würde ein Konzert in meiner alten Heimat zu spielen.

Was sind deine Pläne?

Florian Paul: Bereits seit vergangenem Jahr arbeiten wir kontinuierlich an unserem zweiten Studioalbum mit dem Titel „Auf Sand gebaut“. Da es für uns als Band ohne großes Plattenlabel immer eine große Aufgabe ist so ein Projekt zu finanzieren, sind wir sehr froh mit einer Förderung von der Initiative Musik unterstützt zu werden und konnten so bereits ein paar Tage ins Studio gehen und einige Instrumentals für neue Songs aufnehmen. Durch Corona verzögert sich das nun alles ein wenig, doch wir hoffen die ersten Singles im Laufe des Sommers veröffentlichen zu können und planen das gesamte Album Anfang nächsten Jahres endgültig zu releasen. Zudem arbeiten wir grade das erste mal alle gemeinsam als Band an einer Filmmusik für einen Dokumentarfilm der Münchner Filmhochschule. Der Film spielt in den Siebzigerjahren und es kommt inhaltlich auch „Ton Steine Scherben“ vor, weshalb wir, als Teil dieser Filmmusik, grade Coverversionen von „Schritt für Schritt ins Paradies“ und „Der Traum ist aus“ erarbeiten. (Ich schwöre hoch und heilig, dass das ein Zufall ist und nichts mit dem Preis zu tun hat!). Wir hoffen dieses Projekt bis zum Sommer erfolgreich abzuschließen und dann sehen wir mal weiter, wie sehr sich vielleicht schon vieles zum besseren verändert hat und man hoffentlich sogar wieder Konzerte spielen kann… 

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Auf der Shortlist 2021: Miss Rockester mit ‚Ach Mensch‘

Miss Rockester steht mit dem Song ‚Ach Mensch‘ auf der Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Herzlichen Glückwunsch!

Silvana Mehnert alias MISS ROCKESTER und wurde am 22. April 1980 in Dresden geboren. Bereits im Alter von acht Jahren, begann ihre musikalische Laufbahn als Mitglied des Philharmonischen Kinderchores Dresden. Parallel zur gesanglichen Ausbildung im Kinderchor hat sie 1992 bis 1999 eine Klavierausbildung am Heinrich Schütz Konservatorium absolviert. 1996 gründete sie mit befreundeten Chormitgliedern das Vokalensemble „nonets“, welches sich 2005 in „medlz“(www.medlz.de) umbenannt hat und zu den besten weiblichen a-cappella-Bands Europas zählt.

Neben der Arbeit bei den „medlz“ hat sie auch in vielen anderen musikalischen Projekten als Sängerin, Komponistin oder Arrangeurin mitgewirkt. Doch der Traum von der eigenen Musik hat Silvana all die Jahre nicht los gelassen, so dass sie 2012 endlich den Entschluss fasste, es zu versuchen und ihr erstes Soloalbum „A ride on either side“ (Erschienen: 2014) aufnahm. 2017 folgte dann der zweite Streich aus eigener Feder -„Songs, poems & stars“. Ein Akustik-Album, auf dem sie ihre eigene musikalische Sprache immer klarer entwickle und der Anteil an deutschsprachigen Titel deutlich zunahm. 

Ende 2018 kam ein lang gehegter Kindheitstraum wieder an die Oberfläche: Einmal ein Album mit Orchester aufzunehmen. Was erst nur ein flüchtiger Gedanke war, manifestierte sich immer mehr und mit der Zusage der „Elbland Philharmonie Sachsen“ wurde der Grundstein für das dritte Studioalbum 2020 gelegt. Dieses Mammutprojekt hat MISS ROCKESTER mit viel Hilfe von Kollegen und unglaublicher Unterstützung von allen Seiten im letzten Jahr trotz Corona in die Tat umsetzen können. Es ist ein rein deutschsprachiges Album geworden mit viel Poesie, die sich nicht nur textlich sondern auch musikalisch widerspiegelt.

Wir haben Silvana alsias MISS ROCKESTER unsere Shortlist-Fragen gestellt und hier sind ihre Antworten.

Warum hast Du Dich beworben?

MISS ROCKESTER: Vor Jahren hätte ich mich niemals getraut, mich bei einem Songpreis wie diesem zu bewerben. Vor allem, weil es ja auch hier vorrangig um gute deutsche Texte geht. Das ist für mich immer noch die Königsdisziplin. Ich habe ja auch mit englischen Texten angefangen und nur ab und an war ein deutscher Wurf dabei. Erst die Aussage eines schwedischen Freundes hat mich mutiger werden lassen. Er sagte damals, das wenn ich in meiner Muttersprache singe, es ihn viel mehr berührt, weil es authentischer und ehrlicher ist. Und er hatte recht, heute fühle ich mich damit sehr wohl und merke, wie ich dieser Sprache und ihrer Vielseitigkeit immer mehr verfalle. Ich liebe es mir das Hirn zu zermartern um neue Bilder zu finden, die nicht alltäglich sind, dieses um die Ecke denken macht unglaublich viel Spass. Da halte ich mich mittlerweile auch sehr an unsere großen Dichter und Denker der Vergangenheit und Gegenwart. Vor allem Gedichte sind immer wieder eine große Inspirationsquelle für mich. Mit meinem dritten Album habe ich mich dann bereit gefühlt mich mal beim Rio Reiser Songpreis zu bewerben, den ich schon sehr lange im Hinterkopf habe, da Rio Reiser für mich in erster Linie für unheimlich gute deutsche Texte & Musik steht.

Was sind deine Pläne?

MISS ROCKESTER: Pläne gab es bis Anfang des letzten Jahres unglaublich viele, die nun leider vorerst alle auf Eis liegen. Das Orchesteralbum ist zwar im letzten Jahr erschienen, jedoch sind uns bisher alle Konzerte mit Orchester versagt geblieben. In der Hoffnung das 2022 uns wieder mehr kulturelle Auftrittsmöglichkeiten bietet, werden wir dann das Album ein zweites Mal in Vinylform releasen mit einem zauberhaften Bonustrack und dann auch hoffentlich mit dem Orchester zusammen auf einer Bühne stehen und unser aller „Baby“ endlich live der Welt präsentieren. In der Zwischenzeit schreibe ich fleißig an Album Nummer Vier und arbeite gerade an einer kleinen Weihnachts EP, welche dieses Jahr noch veröffentlicht wird. Kleine Konzerte im eher akustischen Rahmen stehen im Sommer und Herbst noch auf dem Plan, in der Hoffnung, das die Rahmenbedingungen es zulassen. 

Was bedeutet dir Rio Reiser?

MISS ROCKESTER: Rio Reiser bedeutet für mich in erster Linie richtig gute deutsche Texte, die berühren zum nachdenken anregen und zeitlos sind. Ich habe über einige Umwege zu ihm gefunden und zwar über Coverversionen seiner Lieder von anderen Künstlern, doch seitdem wächst die Liebe stetig. In unserem letzten Programm meiner a cappella Band haben wir ihm dann auch die Ehre erwiesen und ein Stück von ihm gecovert „Für immer und dich“. Mit jedem Mal singen wurde es intimer und berührender, das fand ich erstaunlich. Meine persönliche Herznummer vom ihm ist „Zu hause“, denn es erinnert mich immer an das Haus meiner Großeltern und deren Garten. Somit bedeutet Rio Reiser für mich vor allem Erinnerung an Momente meiner Kindheit und das ist ein schönes Gefühl.


WWW.MISS-ROCKESTER.COM 

WWW.FACEBOOK.COM/MISSROCKESTER.ROCKESTER 

Auf der Shortlist 2021: Strommasten mit ‚Weltschmerz‘

Die Band Strommasten hat sich mit ‚Weltschmerz auf den Rio Reiser Songpreis 2021 beworben und sind damit in der Vorauswahl auf der Shortlist gelandet. Herzlichen Glückwunsch! Wir haben sie um ein Statement dazu gebeten und hier ist es:

Strommasten haben sich für den Rio Reiser Songpreis beworben, weil wir Außenseiter sind. Ein Image, das irgendwie auch auf Rio zutraf. Wir sind nicht wirklich einer richtigen Szene zuzuordnen. Zu poppig für Punk, zu verschroben für den Mainstream, aber trotzdem DIY und schon jenseits der 30. Rio hat sich laut unserem Kenntnisstand immer für Minderheiten eingesetzt. Manchmal fühlen wir uns wie eine Minderheit, wenn wir die YouTube-Views unserer Videos zählen. Unsere Pläne? Natürlich wollen wir König von Deutschland werden, auch wenn das in einer parlamentarischen Republik nicht so gerne gesehen ist. Nebenbei möchten wir, dass unsere Songs so vielen Leuten wie möglich zugänglich gemacht werden, denn Message ist wichtiger als Perfektion. Ob sie dafür bezahlen oder nicht, spielt für uns eine sekundäre Rolle.

„Nun, „Wasserwerfer“ hätte zu aggressiv geklungen“, lautet die Antwort auf die Frage, warum Strommasten Strommasten heißen. Eine Antwort, die die Gesinnung von Strommasten erahnen lässt. Der Werdegang ist schnell erzählt. Die vier Jungs schlossen sich im Jahre 2014 zusammen, um Rockmusik mit Popflair zu spielen und dabei auf altmodische Weise Modernität zu zelebrieren. Seither suchen sie nach den Nahtstellen musikalischer Popkultur und trennen diese sorgfältig auf, um sich verschiedenster Versatzstücke zu bedienen und ihren eigenen musikalischen Flickenteppich zu weben. Strommasten beobachten, nicken oder schütteln frappiert mit dem Kopf, schreiben und schnallen sich Instrumente um. Galant tingeln sie zwischen dem sterilen, kantigen Elektropop der 80er und überdrehtem Poprock der 2010er, scheuen keine Grenzüberschreitungen in punkrockige Gefilde und denken erst gar nicht daran sich stilistisch allzu sehr treu zu bleiben. Textlich legen Strommasten den erhobenen Mittelfinger in die Wunden der Gesellschaft und salzen noch ein wenig nach. Sie begeben sich ganz nahe an die Kante manch sozialen Abgrunds und schmeißen mit Steinchen. Auf mich, auf dich und auf sich gegenseitig. Manchmal passen sie dabei sogar auf, dass aus dem Spaß nicht bitterer Ernst wird. Zumindest behaupten sie das. Was Strommasten in ihren Texten auf satirische Art und Weise verpacken, ist eingängig bis tanzbar: Sei es die allgegenwärtige Koch“kultur“, die in „Diskjockey am Herd“ aufs Korn genommen wird oder die Erkenntnis, dass Anderssein letzten Endes genauso durchschnittlich ist wie alles Andere auch („Der Durchschnitt“); ein ernstgemeintes Augenzwinkern inklusive. Doch das Zwinkern könnte auch nur einer leichten Verschrobenheit geschuldetes, nervöses Augenzucken sein. Auf der EP Draußen nur Kännchen (Juli 2019) setzt die Single „Weltschmerz“ neue Maßstäbe in Punkto Songwriting und textlicher Treffsicherheit. Auch die restlichen 5 Songs demonstrieren, dass Rockmusik neben dem Tellerrand am interessantesten sein kann. Kritik und Selbstironie geben sich ein High Five nach dem anderen und wissen nach rund 21min selbst nicht mehr, ob sie nun unabhängig oder schon längst miteinander verschmolzen sind. Die aktuelle Single „Neu ist immer besser“ stellt die bisherigen Qualitäten von Strommasten perfekt zu Schau. Kantig-sterile 80er Drum- und Synthiesounds treffen auf ruckelig-nervöse Gitarren und einen Bass mit einem Schwarm Hummeln im Hintern. Dazu der typisch expressive Strommasten-Gesang, der immer mit einem Augenzwinkern daherkommt, dich in den Arm nimmt und gleichzeitig ein bisschen kneift. Angenehm unangenehm, und du lässt es zu. Nach wie vor machen Strommasten nahezu alles selbst und gehen mit dem DIY-Gedanken ausgiebig Gassi.

Auf der Shortlist 2021: Michèl von Wussow mit dem Song ‚Matilda‘

Michèl von Wussow hat es mit dem Song ‚Matilda‘ in die letze Runde des Rio Reiser Songpreis geschafft: auf die Shortlist 2021. Wir konnten ihm unsere Shortlist-Fragen stellen.

Warum hast du dich beworben?

Ich find es einfach richtig wunderbar, dass der Rio Reiser Songpreis jungen, unabhängigen Künstler*innen in Deutschland eine Möglichkeit der kreativen Entfaltung gibt. Ohne Kompromisse. Vielen Dank dafür! Im ersten Autoradio meiner Eltern, an das ich mich wirklich aktiv erinnern kann, lief immer Rio. 

Was sind deine Pläne?

Ich möchte mit meiner Musik auf die großen Bühnen und Festivals, wenn sie irgendwann wieder auf machen. Nachdem letztes Jahr meine erste Deutschsprachige EP ,,Dahinten wird’s hell’’ erschienen ist, gehts dieses Jahr natürlich munter weiter mit ganz viel neuer Musik. Versprochen. Und ich freue mich einfach so sehr drauf, die Songs für Menschen rauf und runter performen zu dürfen. 

Was bedeutet dir Rio Reiser? 

Ich finde es einfach unglaublich, dass Rio in seiner Schaffenszeit die deutsche Musikszene revolutioniert hat. Dazu gehört so viel, besonders beeindruckend finde ich allerdings diesen ganz speziellen Mut, etwas anders zu machen, entgegen Konventionen sich selbst und etwas neues zu erfinden. Das finde ich besonders inspirierend. Außerdem habe ich als kleiner Junge mit meiner Familie immer ,,König von Deutschland’’ bei m Karaokespiel ,,Singstar’’ gesungen. Nostalgie pur für mich! 


Mehr zu Michèl von Wussow 

Seine Stimme ist rau wie die Brandung und zugleich warm wie das Lagerfeuer am Strand. Michèl von Wussow ist in Hamburg geboren, in einem kleinen Kaff an der Ostsee aufgewachsen und macht Musik, die wie seine Heimat klingt: schlicht und doch brachial, ernsthaft und doch feinsinnig. Der 25-jährige Songwriter vereint in seiner Musik feine Melodien, fette Akkorde und ehrliche Texte zu feinfühligem Indie-Pop. Seine Stimme, die mal eine leichte Böe ist, aber auch zu einem Sturm anschwellen kann, jagt den Zuhörer*innen unweigerlich einen kalten Schauer über den Rücken. Im November 2020 erschien Michèls erste deutschsprachige EP.  

„Ich habe all meine Zuversicht, meine Ängste und meine ganze Energie in diese EP gepackt“, sagt Michèl. Mit dem gleichnamigen Titeltrack spendet von Wussow all jenen Hoffnung, die gerade eine schwere Zeit durchmachen. Aufgewachsen in einer Patchwork-Familie als eines von acht Kindern ist Michèl es gewohnt, andere im Blick zu haben und ihnen Mut zu machen. Ganz gleich wie düster es aussieht, während einem der Regen ins Gesicht peitscht. Das Motto des Songs: „Egal wie krass es pisst, dahinten wird’s hell.“ 100.000 Spotify Streams später ist Michèl von Wussow längst kein Geheimtipp mehr in der deutschen Newcomer Szene. Mit seiner Debüt EP wurde er als unabhängiger Künstler im NDR Fernsehen porträtiert, spielte ein Radiokonzert bei Radio Fritz Berlin und die Band Silbermond stellte ,,Dahinten wird’s hell‘‘ im NDR 2 Soundcheck vor.

Am 28. Mai 2021 erscheint nun Michèls neue Single ,,Falls ich träum könnt’s realer nicht sein‘‘, eine Bestärkung sich selbst und den eigenen Träumen unbedingt nach zu gehen. „Es geht darum immer weiter an die Menschen zu glauben, die dich nehmen wie du bist und es schaffen Träume Realität werden zu lassen‘‘, erzählt der Songwriter. Die Songs klingen wie optimistische Melancholie. Ein ganz eigener Sound, der Producer Helge Preuss zu verdanken ist.  Michèl lernte Helge 2019 bei seiner Teilnahme am Hamburger Popkurs kennen, er hat bereits Stücke fester Größen wie Joris, Silbermond und Lewis Capaldi aufgenommen und gemischt. Der Newcomer Michèl von Wussow ist ein Herzensprojekt des erfolgreichen Produzenten. Mit seiner beeindruckenden Stimme hat Michèl jedoch auch schon andere gestandene Musiker zum Schwärmen gebracht. Bei Stefanie Hempels Abbey Road Tribute teilte sich Michèl 2019 mit Otto Waalkes die Bühne und hinterließ einen bleibenden Eindruck. So sagte der Kult-Friese nach dem gemeinsamen Auftritt zu Michèl: „Junge, du singst ja besser als Michael Jackson! Hast du gesehen, wie die Leute ausrasten?“

Auf der Shortlist 2021: Marian Kuprat mit ‚Keiner für alle (alle für sich)‘

Marian Kuprat hat es mit dem Song ‚Keiner für alle (alle für sich)‘ auf die Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021 geschafft. Glückwunsch, Marian! Wir haben ihm die Shortlist-Fragen gestellt und hier kommen seine Antworten. Unter dem Interview gibt es dann noch Infos zu seiner Bio.

www.mariankuprat.net

www.instagram.com/marian_offiziell

www.facebook.com/mariankuprat

Warum hast Du Dich beworben?

In der aktuellen Kulturlandschaft ist es zunehmend schwerer geworden, sich mit handgemachter Musik voller Herzblut gegen die zahllosen Cover- und Tributebands durchzusetzen – insbesondere wenn man alles vom Songwriting bis zum Booking und zur Vinylpressung im Alleingang in die Hand nimmt.Der Rio-Reiser-Preis ist hier mit seinem Augenmerk auf Originalität und Kreativität ganz in Rios Sinne eine absolute Ausnahmeerscheinung.Entgegen meiner sonstigen Prinzipien gegenüber Musikwettbewerben habe ich mich hier beworben, da ich das Gefühl habe, dass nicht die Massentauglichkeit und die größte Followerzahl bei Instagram, sondern die Wertschätzung gegenüber der Leidenschaft zur Musik und zum Schreiben im Vordergrund steht. 

Was sind deine Pläne? 

Zu Beginn der Coronapandemie habe ich mit 11 beteiligten Musikern mein lange geplantes drittes Album “Die letzte Bar der Stadt” aufgenommen – es enthält zehn deutschsprachige Lieder aus meiner Feder und wurde erstmalig von meinem Ersparten in einem professionellen Tonstudio (Sebel – u.a. Stoppok und Alligatoah) aufgenommen. Mit diesem Album kann ich meine Musik endlich so präsentieren, wie sie immer in meinem Kopf rumgeistert und möchte damit möglichst viele Menschen erreichen, die vielleicht ähnliches fühlen oder denken. 

Eigentlich war geplant, für dieses Album auch ordentlich mit ganzer Liveband zu touren, was ich aber wohl auf einen späteren Zeitpunkt verschieben muss.
Die Erfahrung, alles ohne ein Indielabel zu veröffentlichen will ich dazu nutzen, meinen Output zu erhöhen und noch dieses Jahr ein weiteres Album aufzunehmen. Mein Plan ist, einfach immer weiter zu machen, egal was da kommen mag – und in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren sagen die Leute dann 

Was bedeutet dir Rio Reiser? 

Der späten Geburt 1990 geschuldet, kenne ich Rios Musik und Lebenswerk eigentlich nur in der Retrospektive. Dennoch begleitet mich seine Musik und die der Scherben seit meiner Teenagerzeit. So besitze ich sämtliche Scherbenalben auf Vinyl und Lieder wie “Rauch-Haus-Song”, “Allein machen sie dich ein”, “Heut nacht” oder “Mensch Meier” wurden schnell zu Partyhits in meinem Freundeskreis. Schon früh begann ich, Rio als eines meiner großen, musikalischen Vorbilder zu nennen. Die Ehrlichkeit und auch Verletzlichkeit in all seinen Liedern ist einmalig und fehlt absolut in der heutigen Zeit. Da kommt es nicht von ungefähr, dass bei meinen Konzerten regelmäßig “Keine Macht für Niemand” in Anlehnung an die legendäre Liveaufnahme aus Berlin von 1984 als nahezu einziger „Er war immer irgendwo da draußen, mal mehr oder weniger präsent – doch seine Musik hat viele von uns über Jahre begleitet und seine Texte haben viele von uns da berührt, wo es am meisten weh tun kann: im Herzen.“-Coversong den Abend eröffnet. Ich bin mir sicher, würde Rio noch leben, die Welt wäre ein besserer Ort. 


Marian Kuprat Biografie 

Mit Charme und Witz verpackt Marian Kuprat aus dem Ruhrpott große Worte und kleine Geschichten in authentische Songs. Die intelligenten Texte und eingängigen Lieder sorgten bereits sowohl deutschlandweit, als auch auf mehreren Touren in Russland für Begeisterung. Die Ochsentour von 2017 bis 2019 führte Marian und seine Band in alle Gefilde der Republik, Hamburg, Berlin, Köln oder München – aber eben auch nach Sankt Petersburg. 

„Marian Kuprat ist ein deutscher Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist mit deutschsprachigen Texten. Bei vielen Konzerten wird er von seiner Youngstown Band begleitet.“ (Wikipedia / https://de.wikipedia.org/wiki/Marian_Kuprat

Gemeinsam mit seiner Youngstown Band wurde ab 2014 in regelmäßigen Abständen in Russland, vornehmlich in Sankt Petersburg und Weliki Nowgorod getourt 2015 erschien mit Einsame Wölfe das erste, in kompletter Eigenregie produzierte Album. 2016 folgte dann eine Tour durch Nordrhein-Westfalen und ein weiteres Gastspiel in Russland. 

2017 wurde ein Plattenvertrag mit der 7us Media Group geschlossen. Über das Label D7 wurde 2017 das zweite Werk Ochsentour veröffentlicht. Der Titelsong schaffte es in die Top 50 der iTunes-Charts. Der gesellschaftskritische Song Keiner für Alle schaffte es in die Kritiker-Hitparade Liederbestenliste. 

Die gleichnamige Deutschlandtour führte Marian Kuprat und seine Band in verschiedene Städte sowie auf das Bochum Total Festival.
Bei einem dieser Konzerte traf er Anfang 2018 auf den ebenfalls im Ruhrgebiet ansässigen Sebel (Stoppok, Alligatoah), in dessen Tonstudio wenig später neue Lieder produziert wurden. Das Lied Heldentaten wurde als erste Single aus dieser Zusammenarbeit im September 2019 ohne Label und nur digital veröffentlicht. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie entstanden Anfang 2020 neue 

Demos, aus denen unter
anderem der Song “Die letzte
Bar der Stadt” als Live-Unplugged-Video veröffentlicht wurde. Über die Sommermonate begab sich Marian Kuprat dann ins Studio um erneut gemeinsam mit Sebel als Produzenten und insgesamt 11 beteiligten Musikern die neuen Songs für das gleichnamige Album aufzunehmen. 

“Die Welle bricht” ist die erste Vorabauskopplung des Albums “Die letzte Bar der Stadt”, das am 28.05.2021 erscheint.

Auf der Shortlist 2021: Philipp Lumpp mit ‚Spätsommer‘

Philipp Lumpp ist Singer Songwriter aus Deutschland. Sein Song ‚Spätsommer‘ steht auf der Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Die Single ist auf seiner Webseite zu finden. Mehr Infos über Philipp Lumpp hat der Musikjournalist Thilo Hornschild hier aufgeschrieben: https://philipp-lumpp.de/biografie/

Herzlichen Glückwunsch, Philipp!

Foto: Andru Rem

Auf der Shortlist 2021: talian mit ‚Love un peu plus‘

Herzlichen Glückwunsch an talian. Die Band ist auf der Shortlist des Rio Reiser Songpreis 2021. Wir haben Victor und Giulio um ein Statement gebeten und da ist es!

Hallo zusammen! Wir sind Victor und Giulio von der Band talian und freuen uns sehr, dass wir es auf die Shortlist geschafft haben. Im Sommer 2014 haben wir uns bei der Straßenmusik kennengelernt und fortan entschieden ein internationales Songwriter-Projekt zu gründen. International, da Victor aus dem fernen Rio (ha!) de Janeiro kommt und Giulio ein waschechter Gelsenkirchener mit italienischen Wurzeln ist. Während Victor mit der Musik von Gilberto Gil, Lenine und Tom Jobim groß geworden ist, lauten Giulios Idole Lucio Dalla, Pino Daniele und eben: Rio Reiser. talian ist ein Projekt, in dem wir als zwei Songwriter mit ganz unterschiedlichen musikalischen Backgrounds aufeinandertreffen, die Tradition unserer Liedermacher hochhalten und versuchen etwas neues entstehen zu lassen. Da wir Rio wegen seiner direkten Musik sowie der toleranten und progressiven Haltung, die er stets in seinen Texten zum Ausdruck gebracht hat, sehr schätzen, freuen wir uns, dass es eine Veranstaltung wie diese gibt, in der sein Werk gebührend gewürdigt und gleichzeitig jungen SongwriterInnen und Bands die Gelegenheit geboten wird, ihre eigene Musik zu präsentieren…zumal in uns allen ja wohl ein wenig Rio steckt und wir so seiner am besten gedenken können. 🙂

Hier die Webseite von talian mit links zu allen relevanten Seiten: https://www.talian-musica.com/

Auf der Shortlist 2021: Paula Linke mit dem Song ‚KROKODILSTRÄNEN‘

Paula Linke hat sich auf den Rio Reiser Songpreis beworben und ist mit dem Song KROKODILSTRÄNEN auf der Schortlist 2021 gelandet. Wir haben sie um ein Statement gebeten und da ist es:

Rio Reiser ist für mich ein sensibler Rebell, ein Träumer, ein Idealist, ein rotziger Poet.

Das erste Mal bin ich während des Studiums mit „Wir müssen hier raus“ in Berührung gekommen. Ich war damals Regieassistentin in einem kleinen Forumtheater in Nürnberg und der Schauspieler sang begeistert „Wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.“

Daraufhin hörte ich dieses Lied wochenlang in Dauerschleife. Diese Art, wie Rio Reiser seinen persönlichen Unmut scheinbar mit Leichtigkeit in Bilder packte, die sich jeder vorstellen kann, also wirklich jeder – vom kleinen Punk auf der Straße bis zu mir bürgerlicher Studentin – das faszinierte mich und ich brüllte leidenschaftlich mit: „Wir müssen hier raus! Das ist die Hölle!“ und natürlich „Wir sind geboren, um frei zu sein.“ Auch noch 10 Jahre später, jetzt, hör‘ ich das Lied und weiß wieder genau, wie ich das damals mitgesungen habe – und ich möchte es wieder tun. Es ist immer noch genauso wahr. Und das kann nicht jeder. Das ist großartig!

Erst letztes Jahr habe ich dazu festgestellt, dass eines meiner Lieblingslieder – „Übers Meer“, das ich bisher nur aus der Interpretation von Paul Hoorn und dem BLAUEN EINHORN kannte, eigentlich von Rio Reiser ist. Und eigentlich hätte mir das schon viel länger bewusst sein können. Natürlich ist es von ihm! So einfach und gleichzeitig so poetisch. Ich habe mich daraufhin sofort an eine eigene Interpretation gesetzt.

Ich habe den Rio Reiser Songpreis entdeckt, als ich mir nach der Hoyschrecke 2020 meine Kollegin DIE NOWAK ein bisschen näher ansah. Sie hatte wohl vor drei Jahren gewonnen. Davor wusste ich nicht, dass es diesen Preis gab. Aber es machte unglaublich Spaß, mir zur vorgegeben Inspirationsquelle WANN etwas neues auszudenken. Zu dem Zeitpunkt schrieb ich eh ständig neue Lieder zu den Themen der LIEDERMACHER*INNEN LIGA des Feierabend TVs und war schon in Übung. Und herausgekommen ist KROKODILSTRÄNEN.

Was sind meine Pläne? Nun. Viele! Jeden Tag neue! Das letzte Jahr war so unglaublich produktiv: Im Frühjahr hatte mich entschieden, dass ich das Liedermachertum mit all seinen positiven und negativen Seiten angehen wollte, mit Haut und Haaren und sehen, wohin es mich führte – und vor allem, wie weit. Ich nahm – das erste Mal in einem Studio – DAS WAR DAS auf. Ich begab mich in die Szene der Liedermacher*innen, lernte Menschen kennen, ließ mich inspirieren, spielte Konzerte, setzte meine Musik auf Spotify, baute mir eine Patreonseite, schrieb Veranstalter*innen an und bastelte mir einen Tourplan. Dann gewann ich den Publikumspreis bei der HOYSCHRECKE 2020. Und kurz darauf gab es DAS WAR DAS auf CD. Ich rutschte bei der LIEDERMACHER*INNEN LIGA  zweimal auf den 1. Platz, gründete mit Thekla Apitz das DUO ADRIANA, baute an einer Website. Innerhalb eines halben Jahres ging plötzlich alles sehr schnell und Ende 2020 war ich beim Leipziger Verlag KICK THE FLAME unter Vertrag.   

Und so ging es 2021 im Grunde weiter: Das DUO ADRIANA hat inzwischen sein erstes Album veröffentlicht, die Website ist fertig und am Wochenende startet meine allererste Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des dritten Albums ICH WILL NOCH RUNDER WERDEN. Wo ich kann, lerne ich dazu, nehme jedes Webinar wahr, frage knallhart alle nach ihren Erfahrungen und fuchse mich immer mehr hinein in die Welt der Musikbranche. Stetig hake ich „Dinge, die ich noch nie gemacht habe“ von meiner persönlichen Liste, so wie dieses Crowdfunding. Das soll so weitergehen – oder anders: So wie ich mich kenne, wird das so weitergehen! Bis ich alles gemacht habe und sagen kann: „Das war das“. Ich möchte sehen, wo das alles hinführen kann und dafür arbeite ich jeden Tag.

Hier weitere Infos zu Paula Linke:

Website: https://paula-linke.de/
Alben/Bandcamp: https://paulalinke.bandcamp.com/releases
Alben/Spotify: https://spoti.fi/30Q3Xh2
Neues auf: https://soundcloud.com/user-713089371
Informiert auf: https://www.facebook.com/paula.linke.33/
und: https://www.instagram.com/paula__linke/